Mobile Device Management: Der umfassende MDM-Leitfaden für Unternehmen
Der Arbeitsalltag findet längst nicht mehr nur im Büro statt. Mitarbeitende arbeiten vom Homeoffice, aus dem Zug, von Baustellen, aus Lieferfahrzeugen oder unterwegs beim Kunden. Smartphones, Tablets und Laptops sind dabei zu wichtigen Arbeitsmitteln geworden.
Bereits 2022 nutzten in der EU knapp 30 % der Beschäftigten digitale Geräte wie Computer, Tablets oder Smartphones während des größten Teils oder der gesamten Arbeitszeit.
Mit der zunehmenden Mobilität steigt jedoch auch die Herausforderung für IT-Abteilungen: Wie lassen sich Unternehmensgeräte zentral verwalten? Wie werden Sicherheitsrichtlinien durchgesetzt? Und wie können Unternehmensdaten geschützt werden, ohne die private Nutzung eines Geräts unnötig einzuschränken? Genau hier setzt Mobile Device Management (MDM) an.
In diesem Leitfaden erfahren Sie, was Mobile Device Management ist, wie ein MDM funktioniert, welche Funktionen moderne MDM-Lösungen bieten, worauf Unternehmen bei der Auswahl achten sollten und welche Rolle MDM bei Datenschutz und IT-Sicherheit spielt.
Was ist Mobile Device Management?
Mobile Device Management (MDM) ist eine Softwarelösung zur zentralen Verwaltung, Konfiguration und Absicherung mobiler Unternehmensgeräte. Dazu gehören beispielsweise Smartphones und Tablets, je nach Lösung auch Laptops und weitere Endgeräte.
Ein MDM ermöglicht IT-Administratoren, Geräte zentral zu registrieren, Sicherheitsrichtlinien zu konfigurieren, Apps zu verteilen, Einstellungen zu verwalten und bestimmte Aktionen wie das Sperren oder Löschen eines Geräts aus der Ferne auszuführen.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beschreibt MDM als technische und organisatorische Maßnahmen zur zentralisierten Verwaltung mobiler Endgeräte. Eine Kernfunktion ist dabei die Durchsetzung definierter Sicherheitsrichtlinien und Konfigurationsparameter.
Ein MDM ist deshalb mehr als eine reine Softwareinstallation: Unternehmen benötigen auch klare Regeln dafür, welche Geräte verwaltet werden, welche Richtlinien gelten und wer Zugriff auf die MDM-Plattform erhält.
MDM, EMM, UEM und RMM: Was ist der Unterschied?
Die Begriffe MDM, EMM, UEM und RMM werden im Alltag teilweise synonym verwendet. Technisch bezeichnen sie jedoch unterschiedliche Schwerpunkte. zu registrieren, Sicherheitsrichtlinien zu konfigurieren, Apps zu verteilen, Einstellungen zu verwalten und bestimmte Aktionen wie das Sperren oder Löschen eines Geräts aus der Ferne auszuführen.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beschreibt MDM als technische und organisatorische Maßnahmen zur zentralisierten Verwaltung mobiler Endgeräte. Eine Kernfunktion ist dabei die Durchsetzung definierter Sicherheitsrichtlinien und Konfigurationsparameter.
Ein MDM ist deshalb mehr als eine reine Softwareinstallation: Unternehmen benötigen auch klare Regeln dafür, welche Geräte verwaltet werden, welche Richtlinien gelten und wer Zugriff auf die MDM-Plattform erhält.
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Lösung
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Schwerpunkte
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Einsatzbereiche
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MDM
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Verwaltung von Geräten
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Geräteeinstellungen, Sicherheitsrichtlinien, Apps, Remote-Aktionen
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MAM
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Verwaltung mobiler Anwendungen und Unternehmensdaten
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App-Schutz, BYOD, Trennung geschäftlicher und privater Daten
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EMM
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Ganzheitliches Management mobiler Arbeitsumgebungen
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Geräte, Apps, Inhalte und mobile Identitäten
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UEM
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Einheitliche Verwaltung verschiedener Endpunkte
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Smartphones, Tablets, Laptops und weitere Unternehmensgeräte
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RMM
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Überwachung und Fernverwaltung von IT-Systemen
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Server, klassische Computer und IT-Infrastruktur
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Die Grenzen zwischen den Kategorien sind in der Praxis nicht immer eindeutig. Moderne Plattformen kombinieren häufig mehrere dieser Funktionen.
MDM
Beim Mobile Device Management steht das Gerät selbst im Mittelpunkt. Typische Funktionen sind die Verwaltung von Sicherheitseinstellungen, Apps, Konfigurationen und Zugriffe auf die Geräte. Auch Remote-Aktionen wie Sperren oder Löschen können dazugehören.
MAM
Mobile Application Management (MAM) konzentriert sich dagegen auf Apps und die darin verarbeiteten Unternehmensdaten. Das kann insbesondere bei BYOD-Szenarien sinnvoll sein: Statt das gesamte private Gerät zu verwalten, können beispielsweise nur geschäftliche Apps und Daten geschützt werden. Moderne Plattformen können MDM und MAM miteinander kombinieren.
EMM
Enterprise Mobility Management (EMM) erweitert den Ansatz um weitere Bereiche wie mobile Inhalte, Anwendungen und Identitäten. EMM kann daher als ganzheitlicher Ansatz für die Verwaltung mobiler Arbeitsumgebungen verstanden werden.
UEM
Unified Endpoint Management (UEM) geht über mobile Geräte hinaus und bündelt die Verwaltung verschiedener Endgerätetypen. Je nach Plattform können darunter beispielsweise Smartphones, Tablets, macOS-, Windows- oder Linux-Geräte fallen.
RMM
Remote Monitoring and Management (RMM) wird typischerweise zur Überwachung und Fernverwaltung klassischer IT-Infrastrukturen und Endpunkte eingesetzt. Ein RMM ist daher nicht automatisch Bestandteil eines MDMs und muss auch nicht grundsätzlich zusätzlich zu einem MDM eingesetzt werden.
Kurz gesagt: Welcher Ansatz sinnvoll ist, hängt von der Geräteflotte, den Betriebssystemen, den Sicherheitsanforderungen und dem gewünschten Verwaltungsumfang ab.
Wie funktioniert Mobile Device Management?
Ein MDM verfolgt grundsätzlich das Ziel, mobile Geräte nicht einzeln und manuell verwalten zu müssen. Stattdessen werden Geräte zentral registriert und anschließend über eine MDM-Plattform konfiguriert.
Ein typisches MDM besteht aus einer zentralen Verwaltungsplattform und den vom jeweiligen Betriebssystem bereitgestellten Verwaltungsmechanismen. Das BSI beschreibt ein MDM-System entsprechend als Zusammenspiel von MDM-Server und MDM-Client beziehungsweise Betriebssystem-Schnittstelle. Mehr dazu auf der Website des BSI.
Der Server verteilt unter anderem Konfigurationen, Anwendungen, Updates und Befehle an die verwalteten Geräte.
Ein MDM kann beispielsweise eine VPN-Konfiguration auf ein Gerät übertragen. Die zugrunde liegende VPN-Infrastruktur muss dabei allerdings bereits vom Unternehmen eingerichtet und betrieben werden. Das MDM verteilt und verwaltet die entsprechende Konfiguration.
Der MDM-Kreislauf
Ein verwaltetes Gerät durchläuft während seiner Nutzungsphase typischerweise vier Schritte:
Gerät registrieren:
Bevor ein Gerät zentral verwaltet werden kann, muss es in die MDM-Umgebung aufgenommen werden. Bei Android-Geräten stehen dafür verschiedene Android-Enterprise-Verfahren zur Verfügung, darunter QR-Code-Registrierung, Arbeitsprofile und Zero-Touch-Registrierung. Bei der Android-Zero-Touch-Registrierung können kompatible, über autorisierte Reseller bezogene Geräte bereits vorab für die Unternehmensverwaltung konfiguriert werden. Beim ersten Start wird die zugewiesene Unternehmenskonfiguration automatisch berücksichtigt. Mehr zu den Einrichtungsmodellen für Android finden Sie auf unserem Blog: Android Enterprise Geräte im Unternehmen einsetzen
Auch Apple bietet automatisierte Verfahren. Über Apple Business können unternehmenseigene iPhone-, iPad- und Mac-Geräte einem Geräteverwaltungsdienst zugewiesen und automatisch registriert werden (Apple DEP-Enrollment). Dadurch können Unternehmen Geräte direkt an Mitarbeitende liefern lassen, ohne dass die IT-Abteilung jedes Gerät vorher physisch einrichten muss.
Bei privaten Geräten kommen je nach Plattform andere Registrierungsmodelle zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise Arbeitsprofile oder User Enrollment, bei denen geschäftliche und private Daten voneinander getrennt werden können.
Automatische Registrierung: Besonders bei unternehmenseigenen Geräten kann die automatische Bereitstellung den manuellen Aufwand deutlich reduzieren.
Manuelle Registrierung: Für BYOD-Szenarien oder bestimmte Geräte können je nach Plattform beispielsweise QR-Codes, Registrierungscodes oder andere Enrollment-Verfahren eingesetzt werden.Geräte verwalten:
Nach der Registrierung können IT-Administratoren Konfigurationen und Richtlinien zentral auf die Geräte übertragen.
Dazu können beispielsweise gehören:– Sicherheits- und – Passcode-Richtlinien
– WLAN- und VPN-Konfigurationen
– App-Zuweisungen
– Einschränkungen bestimmter Gerätefunktionen
– E-Mail- und Kontoeinstellungen
– Software- und Betriebssystem-UpdatesApple beschreibt beispielsweise die Möglichkeit, über Device Management Einstellungen und Software zentral zu verwalten, Compliance zu überwachen sowie Geräte aus der Ferne zu sperren oder zu löschen.
Compliance überprüfen:
Ein MDM kann regelmäßig Informationen zum Zustand eines verwalteten Geräts erhalten und prüfen, ob festgelegte Sicherheitsanforderungen eingehalten werden.
Wird beispielsweise festgestellt, dass ein Gerät eine bestimmte Sicherheitsvorgabe nicht erfüllt, kann die MDM-Plattform je nach Lösung eine Warnung erzeugen oder eine definierte Maßnahme auslösen. Mehr zu Warnungen und Verstößen auf dem MobiVisor Blog!
Dabei gilt: Ein MDM kann Sicherheitsrichtlinien technisch durchsetzen oder deren Einhaltung überwachen, aber nicht unter allen Umständen garantieren, dass ein Gerät jederzeit online oder vollständig konform ist.Sicherheitsmaßnahmen auslösen:
Unternehmen können für bestimmte Ereignisse Reaktionen definieren. Je nach Plattform und Konfiguration können dazu beispielsweise das Sperren eines Geräts, das Einschränken bestimmter Funktionen oder das Löschen von Unternehmensdaten gehören.
Bei einem verlorenen oder gestohlenen Gerät kann ein Remote Lock oder Remote Wipe dazu beitragen, den Zugriff auf Unternehmensdaten zu verhindern.
Mehr zum Thema Geräteverlust finden Sie bei MobiVisor: Diensthandy verloren – was tun?
Die wichtigsten Funktionen einer MDM-Plattform
Moderne MDM-Lösungen können eine Vielzahl von Verwaltungs- und Sicherheitsfunktionen bündeln. Welche Funktionen tatsächlich verfügbar sind, hängt vom Anbieter, Betriebssystem und dem gewählten Tarif ab.
Over-the-Air-Installation:
Mit Over-the-Air (OTA) können Konfigurationen, Apps, Updates und Befehle über das Netzwerk auf verwaltete Geräte übertragen werden.
Dadurch muss ein Gerät für viele Verwaltungsaufgaben nicht physisch bei der IT-Abteilung vorliegen. Voraussetzung ist allerdings, dass das Gerät eine entsprechende Netzwerkverbindung herstellen kann und die jeweilige Plattform die gewünschte Funktion unterstützt.
App- und Datenmanagement:
MDM-Lösungen können Apps zentral verteilen, konfigurieren, aktualisieren oder entfernen. Je nach Betriebssystem können Unternehmen außerdem steuern, welche Apps installiert oder genutzt werden dürfen.
Auch die Verwaltung geschäftlicher Daten kann Teil einer umfassenderen Mobility-Management-Strategie sein. Beispielsweise können App-Schutzmechanismen oder Containerlösungen eingesetzt werden, um Unternehmensdaten von privaten Daten zu trennen.
Bei MobiVisor kann darüber hinaus MobiVisor Files zur sicheren Übertragung von Daten eingesetzt werden.
Sichere Trennung von privaten und geschäftlichen Daten:
Bei BYOD und anderen gemischten Nutzungsszenarien ist die Trennung privater und geschäftlicher Daten besonders wichtig.
Android Enterprise unterstützt beispielsweise Arbeitsprofile auf privaten und unternehmenseigenen Geräten. Dabei können geschäftliche Apps, Daten und Verwaltungsrichtlinien auf das Arbeitsprofil beschränkt werden.
Auch Apple bietet mit Account-driven User Enrollment und Device Enrollment Verfahren, die eine Trennung von geschäftlichen und privaten Daten ermöglichen.
Mehr dazu:
Datentrennung auf Apple-Geräten
COPE bzw. COWP bei Android-Geräten
Welche Funktionen dabei verfügbar sind, hängt vom Betriebssystem und vom konkreten Enrollment-Modell ab. Beispielsweise können bestimmte Einschränkungen für Bildschirmaufnahmen, Kameras oder Apps eingerichtet werden.
Identitäts- und Zugriffsverwaltung:
MDM-Plattformen können mit bestehenden Identitäts- und Zugriffsverwaltungssystemen integriert werden. Dadurch können Unternehmen beispielsweise Benutzergruppen, Geräte und Sicherheitsrichtlinien miteinander verknüpfen.
Single Sign-On (SSO) und Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) können dabei Teil einer übergeordneten Identity-and-Access-Management-Strategie sein. Welche Integration möglich ist, hängt von der jeweiligen MDM- und IAM-Plattform ab.
Kiosk-Modus:
Im Kiosk-Modus kann ein Gerät so eingeschränkt werden, dass nur ausgewählte Apps oder – im Single-App-Modus – eine einzelne Anwendung genutzt werden kann.
Das ist beispielsweise für folgende Szenarien interessant:
- digitale Speisekarten
- Check-in-Terminals
- Bestellterminals
- mobile Point-of-Sale-Lösungen
- Erfassung von Formularen
- Informations- und Beschilderungssysteme
Mobile Threat Defense:
Ein MDM ist kein MTD- System im herkömmlichen Sinn, da ein MDM Bedrohungen für die mobilen Geräte nicht aktiv erkennen und abwenden kann. Ein MDM agiert jedoch präventiv, indem es das Sicherheitsniveau der mobilen Geräte grundsätzlich erhöht.
Cloud vs. On-Premises: Wo werden Ihre Daten gehostet?
Bei der Auswahl eines MDMs stellt sich auch die Frage, wie die Plattform betrieben werden soll. Grundsätzlich können Unternehmen zwischen Cloud-basierten Lösungen und On-Premises-Modellen wählen.
Hosting-Modell
Cloud-basiert (SaaS)
On-Premises
Vorteile
- Keine Investitionskosten für eigene physische Server.
- Skalierung ohne Aufbau einer eigenen Serverinfrastruktur.
- Der Anbieter übernimmt typischerweise die Wartung der zugrunde liegenden Plattform.
- Auch ohne großes eigenes IT-Team nutzbar.
- Mehr direkte Kontrolle über Infrastruktur und Datenhaltung.
- Geeignet für Unternehmen mit besonderen Anforderungen an Datenhoheit und Infrastrukturkontrolle.
- Kann für besonders geschützte oder isolierte Umgebungen geeignet sein.
Technische Grenzen
- Für die zentrale Verwaltung und die Übertragung neuer Richtlinien und Befehle ist in der Regel eine Netzwerkverbindung erforderlich.
- Unternehmen müssen Datenschutz, Datenstandort, Auftragsverarbeitung und Sicherheitskonzept des Anbieters prüfen.
- Höhere Investitionen in Server, Backups und gegebenenfalls Lizenzen.
Das Unternehmen ist selbst für Updates, Patches, Backups und Infrastruktur verantwortlich. - Entsprechendes technisches Know-how und Ressourcen müssen intern vorhanden sein.
Eine Cloud-Lösung bedeutet dabei nicht automatisch, dass weniger Datenschutzanforderungen gelten. Unternehmen sollten unter anderem prüfen, wo Daten verarbeitet werden, welche Dienstleister beteiligt sind und welche vertraglichen und technischen Schutzmaßnahmen bestehen.
Mobile Device Management in verschiedenen Branchen
Die Anforderungen an mobile Geräte unterscheiden sich je nach Branche und Einsatzszenario.
Logistik und Lieferdienste:
In Logistik und Außendienst werden Geräte häufig unter anspruchsvollen Bedingungen eingesetzt. Rugged Devices und widerstandsfähige Handscanner können dabei für den praktischen Einsatz geeignet sein.
Ein MDM kann die Geräte zentral konfigurieren und beispielsweise festlegen, welche Apps verfügbar sind. Bei Verlust können – je nach Plattform und Konfiguration – Geräte gesperrt oder Daten aus der Ferne gelöscht werden.
Gesundheit und medizinische Versorgung:
Im Gesundheitswesen werden besonders schützenswerte personenbezogene Daten verarbeitet. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Datenschutz und Informationssicherheit.
Ein MDM ist dabei nicht pauschal gesetzlich vorgeschrieben. Es kann jedoch ein technisches Werkzeug sein, mit dem Unternehmen und Einrichtungen Sicherheitsrichtlinien auf mobilen Geräten umsetzen.
Mögliche Maßnahmen sind beispielsweise:
- sichere Passcode-Vorgaben
- Einschränkung von Bildschirmaufnahmen
- Verwaltung von Apps
- Kontrolle bestimmter Netzwerkverbindungen
- Trennung geschäftlicher und privater Daten
Welche Anforderungen gelten, hängt unter anderem von der konkreten Einrichtung, den verarbeiteten Daten und den einschlägigen gesetzlichen Regelungen ab.
Verkauf und Service:
Im Einzelhandel können Tablets und Smartphones im Kiosk-Modus für verschiedene Aufgaben eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise digitale Beschilderung, Check-in-Stationen oder mobile POS-Szenarien.
Mehr dazu finden Sie in der MobiVisor-Kundenreferenz:
MDM in der Praxis: Einsatz im Handel
Banking und Finanzdienstleistungen:
Finanzunternehmen haben hohe Anforderungen an den Schutz von Daten und Zugängen.
Ein MDM kann dabei helfen, Sicherheitsrichtlinien auf verwalteten Geräten durchzusetzen. Je nach Plattform können beispielsweise Screenshots eingeschränkt, Apps verwaltet oder bestimmte Schnittstellen kontrolliert werden.
Für besonders sensible Anwendungen können zusätzlich App-Schutz- oder Containerlösungen eingesetzt werden.
MDM und Datenschutz: Was sagt die DSGVO?
Die DSGVO schreibt Unternehmen nicht generell den Einsatz eines MDMs vor. Sie verpflichtet Verantwortliche und Auftragsverarbeiter jedoch dazu, ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau durch geeignete technische und organisatorische Maßnahmen sicherzustellen. Artikel 32 DSGVO nennt unter anderem Verschlüsselung, Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und regelmäßige Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen.
Ein MDM kann ein Bestandteil dieser technischen Maßnahmen sein, insbesondere wenn ein Unternehmen mobile Geräte zentral verwalten und Sicherheitsrichtlinien durchsetzen muss.
Ist ein MDM automatisch DSGVO-konform?
Nein. Ein MDM ist nicht automatisch DSGVO-konform. Es kann jedoch datenschutzkonform eingesetzt werden.
Entscheidend sind unter anderem:
- welche personenbezogenen Daten verarbeitet werden,
- zu welchem Zweck diese Daten verarbeitet werden,
- welche Rechtsgrundlage besteht,
- welche Zugriffsrechte eingerichtet sind,
- wie lange Daten gespeichert werden,
- wie die MDM-Plattform technisch konfiguriert ist.
Auch die Möglichkeit, Geräte zu lokalisieren oder bestimmte Geräteinformationen einzusehen, kann datenschutzrechtlich relevant sein. Unternehmen sollten deshalb vor der Einführung prüfen, welche Daten tatsächlich verarbeitet werden und ob die gewählten Einstellungen für den vorgesehenen Zweck erforderlich und angemessen sind.
Datenpannen: Wann besteht eine Meldepflicht?
Ein Datenleck bedeutet nicht automatisch, dass eine Meldung an die Datenschutzaufsichtsbehörde erfolgen muss.
Nach Artikel 33 DSGVO muss eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten grundsätzlich unverzüglich und möglichst innerhalb von 72 Stunden gemeldet werden, wenn sie voraussichtlich ein Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen darstellt. Ist ein solches Risiko voraussichtlich ausgeschlossen, besteht diese Meldepflicht nicht.
Bei einem hohen Risiko für die betroffenen Personen kann zusätzlich eine Benachrichtigung der betroffenen Personen erforderlich sein.
Für Unternehmen bedeutet das: Mobile Sicherheit ist nicht nur eine Frage des Geräteschutzes. Auch Prozesse zur Erkennung, Bewertung und Behandlung von Sicherheits- und Datenschutzvorfällen gehören zu einem ganzheitlichen Sicherheitskonzept.
Was kostet ein MDM?
Die Preise verschiedener MDM-Lösungen können sich deutlich unterscheiden.
Häufig bieten Anbieter mehrere Tarifmodelle an. Ein Basistarif kann grundlegende Funktionen enthalten, während beispielsweise Kiosk-Modus, Remote Support oder erweiterte Sicherheitsfunktionen erst in höheren Tarifen verfügbar sind.
Andere Anbieter bündeln einen größeren Funktionsumfang in einem einzigen Paket. Auch bei der Abrechnung gibt es Unterschiede:
- Lizenz pro Gerät
- Lizenz pro Nutzer
- gestaffelte Preise nach Geräteanzahl
- unterschiedliche Abrechnungszeiträume
- zusätzliche Kosten für bestimmte Funktionen oder Supportleistungen
Unternehmen sollten daher nicht nur den Lizenzpreis vergleichen, sondern den Gesamtumfang der benötigten Funktionen.
Ein günstiges MDM kann beispielsweise teurer werden, wenn für zentrale Anforderungen zusätzliche Module benötigt werden.
Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl achten?
Vor der Auswahl einer MDM-Lösung sollten IT-Teams zunächst definieren:
- Welche Betriebssysteme müssen verwaltet werden?
- Wie viele Geräte sollen verwaltet werden?
- Werden BYOD-Geräte eingesetzt?
- Welche Sicherheitsrichtlinien sind erforderlich?
- Wird ein Kiosk-Modus benötigt?
- Ist Remote Support erforderlich?
- Welche Integrationen zu IAM, Apple Business oder Android Enterprise werden benötigt?
- Wo sollen die Daten verarbeitet und gespeichert werden?
- Welche Supportleistungen werden benötigt?
- Welche Kosten entstehen über die gesamte Vertragslaufzeit?
Der Preis sollte deshalb nicht das einzige Entscheidungskriterium sein.
Tipp: Bei MobiVisor sind alle Funktionen und der Support bereits im Lizenzpreis enthalten.
Mobile Device Management Best Practices
Ein MDM kann die technische Absicherung mobiler Geräte unterstützen. Für eine erfolgreiche Einführung braucht es jedoch zusätzlich klare Prozesse und Verantwortlichkeiten:
Definieren Sie Maßnahmen bei Sicherheitsverstößen:
Ein MDM kann den Status verwalteter Geräte überprüfen und erkennen, ob bestimmte Sicherheitsvorgaben nicht erfüllt werden.
Je nach Lösung können Verstöße beispielsweise in der MDM-Konsole angezeigt oder per Benachrichtigung an Administratoren gemeldet werden. Unternehmen können außerdem definieren, welche Maßnahmen bei bestimmten Ereignissen ausgelöst werden. Mehr zum Thema Gerätewarnungen und Verstöße:
Gerätewarnungen & Verstöße – IOTIQ BlogDefinieren Sie, wie Geräte genutzt werden dürfen:
Unternehmen sollten vor der Einführung festlegen, ob Geräte:
– ausschließlich geschäftlich,
– geschäftlich und privat oder
– als private BYOD-Geräte genutzt werden.Davon hängt ab, welche Verwaltungs- und Sicherheitsmaßnahmen sinnvoll sind.
Definieren Sie Rollen und Zugriffsrechte:
Nicht jeder Administrator benötigt dieselben Berechtigungen.
Unternehmen sollten deshalb frühzeitig festlegen:
– Wer darf Geräte registrieren?
– Wer darf Richtlinien ändern?
– Wer darf Apps verteilen?
– Wer darf Geräte löschen oder sperren?
– Wer darf nur lesen?Auch die Endnutzer sollten sinnvoll in Gruppen eingeteilt werden, damit Richtlinien und Apps gezielt zugewiesen werden können.
Halten Sie die MDM-Struktur übersichtlich:
Beim MDM gilt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Zu viele Gruppen, Richtlinien und individuelle Ausnahmen können die Verwaltung unnötig kompliziert machen.
Statt jedes Gerät individuell zu konfigurieren, sollten Unternehmen mit klar definierten Rollen und Use Cases arbeiten.Informieren Sie Mitarbeitende:
Die Einführung eines MDMs betrifft die Arbeitsweise der Mitarbeitenden. Deshalb sollten Unternehmen erklären: welche Funktionen das MDM besitzt, welche Daten verarbeitet werden, welche Einschränkungen gelten, wie Remote Support funktioniert und was bei Verlust oder Diebstahl eines Geräts zu tun ist.
Gerade bei BYOD sollte außerdem transparent kommuniziert werden, welche privaten Daten von der Verwaltung unberührt bleiben und welche Unternehmensdaten geschützt werden.
Legen Sie klare BYOD-Richtlinien fest:
Private Geräte sollten nicht ohne klare Regeln für Unternehmenszwecke eingesetzt werden. Unternehmen sollten definieren, ob BYOD erlaubt ist, welche Geräte und Betriebssysteme unterstützt werden und welche Sicherheitsanforderungen gelten.
Je nach Plattform kann beispielsweise ein Arbeitsprofil oder eine App-Schutzlösung eingesetzt werden, anstatt das gesamte private Gerät in gleichem Umfang zu verwalten.
3 MDM-Mythen, die Unternehmen kennen sollten
Mythos Nr. 1: Alle MDM-Lösungen sind gleich
Falsch.
MDM-Lösungen unterscheiden sich unter anderem bei unterstützten Betriebssystemen, Funktionen, Integrationen, Hosting-Modellen, Support und Preisstruktur.
Auch wenn Anbieter ähnliche Begriffe wie App Management, Kiosk-Modus oder Remote Support verwenden, kann sich der konkrete Funktionsumfang deutlich unterscheiden.
Mythos Nr. 2: Ein MDM lohnt sich nur bei vielen Geräten
Falsch.
Auch bei kleineren Geräteflotten kann ein MDM sinnvoll sein. Wenn beispielsweise 10, 20 oder 50 Geräte einzeln eingerichtet und gewartet werden müssen, kann der administrative Aufwand schnell steigen.
Hinzu kommt der Sicherheitsaspekt: Ein MDM kann Unternehmen dabei unterstützen, Sicherheitsrichtlinien zentral umzusetzen und den Status verwalteter Geräte zu kontrollieren.
Mythos Nr. 3: Ein MDM bedeutet automatisch einen Eingriff in die Privatsphäre
So pauschal nicht.
Ein MDM kann je nach Plattform und Konfiguration bestimmte Geräte- und Nutzungsinformationen verarbeiten. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Administratoren persönliche Nachrichten, Fotos oder private Inhalte einsehen können.
Gerade bei BYOD stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, mit denen geschäftliche Daten von privaten Daten getrennt werden können. Android Enterprise und Apple bieten hierfür entsprechende Verwaltungsmodelle.
Welche personenbezogenen Daten tatsächlich verarbeitet werden, sollte vor der Einführung des MDMs geprüft und transparent kommuniziert werden.
MobiVisor MDM: Ein einfaches und verlässliches MDM
Bei der Auswahl eines MDMs sind viele Faktoren wichtig. Einer der wichtigsten ist die Übersichtlichkeit: Eine Plattform sollte Unternehmen ermöglichen, ihre Geräte zentral zu verwalten, ohne dass die Administration unnötig komplex wird.
MobiVisor MDM ist darauf ausgelegt, Unternehmen unterschiedlicher Größe bei der Verwaltung und Absicherung mobiler Geräte zu unterstützen.
Keine versteckten Kosten
Bei MobiVisor sind Apple- und Android-Registrierung, App-Verteilung, Sicherheitsrichtlinien, Remote Support und Kiosk-Modus im Lizenzumfang enthalten. MobiVisor arbeitet ohne Premium-Modell.
Hosting in Deutschland
Die Infrastruktur von MobiVisor wird auf Servern in Deutschland betrieben.
Multi-Plattform-Unterstützung
MobiVisor unterstützt verschiedene Betriebssysteme und Plattformen, darunter Android Enterprise, iOS, iPadOS, macOS und Linux. Außerdem bestehen Schnittstellen zu Android Zero-Touch, Apple Business, Apple School Manager und Samsung Knox.
Standortbasierte Richtlinien
MobiVisor bietet Funktionen, mit denen Richtlinien abhängig vom Standort eines Geräts konfiguriert werden können. Auch standortabhängige WLAN-Konfigurationen sind möglich.
Welche Standortinformationen dafür verarbeitet werden und wie genau die Funktion technisch umgesetzt wird, kann anhand der konkreten Produktkonfiguration und Datenschutzinformationen geprüft werden.
Software as a Service
MobiVisor wird als SaaS-Lösung angeboten. Dadurch müssen Kunden die zugrunde liegende Serverinfrastruktur nicht selbst betreiben. Der Service umfasst auch Onboarding und Unterstützung bei der Einrichtung sowie den anschließenden Support. (Mehr zu unserem MDS-Service finden Sie hier: IOTIQ-Hardwareberatung & Einrichtungsservice.
Fazit: Mobile Device Management als Teil einer ganzheitlichen IT-Sicherheitsstrategie
Mobile Geräte sind aus modernen Arbeitsumgebungen nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig erhöhen verteilte Geräte, Remote-Arbeit, BYOD und unterschiedliche Betriebssysteme die Anforderungen an die IT-Verwaltung.
Mobile Device Management schafft eine zentrale Ebene, über die Unternehmen Geräte registrieren, konfigurieren, verwalten und absichern können.
Ein MDM ersetzt dabei keine umfassende Cybersecurity-Strategie. Es kann jedoch ein wichtiger Bestandteil davon sein – insbesondere wenn mobile Geräte auf Unternehmensdaten und -systeme zugreifen.
Bei der Auswahl sollten Unternehmen deshalb nicht nur auf den Preis achten. Entscheidend sind der benötigte Funktionsumfang, die unterstützten Plattformen, Integrationen, Datenschutzanforderungen, Hosting, Support und die einfache Verwaltung im Alltag.
FAQ
Was ist ein MDM?
Mobile Device Management (MDM) ist eine Softwarelösung zur zentralen Verwaltung und Absicherung mobiler Unternehmensgeräte. Dazu gehören unter anderem die Verwaltung von Einstellungen und Apps, Sicherheitsrichtlinien sowie Remote-Aktionen wie Sperren oder Löschen.
Benötigt mein Unternehmen ein MDM?
Nicht jedes Unternehmen ist gesetzlich verpflichtet, ein MDM einzusetzen. Ein MDM kann jedoch sinnvoll sein, wenn ein Unternehmen mobile Geräte zentral verwalten und absichern möchte – insbesondere bei größeren Geräteflotten, Außendienst, Remote-Arbeit oder BYOD-Szenarien.
Die DSGVO schreibt kein bestimmtes Produkt wie MDM, EMM oder UEM vor. Sie verlangt vielmehr angemessene technische und organisatorische Maßnahmen entsprechend dem Risiko.
Welche Unternehmen sollten ein MDM einsetzen?
Ein MDM kann für jedes Unternehmen sinnvoll sein, das mobile Geräte zentral verwalten und absichern möchte. Besonders relevant ist es für Unternehmen mit vielen mobilen Geräten, Außendienstmitarbeitenden, Remote-Arbeitsplätzen oder BYOD.
Für besonders regulierte Branchen können zusätzliche Sicherheits- und Datenschutzanforderungen gelten. Ob ein Unternehmen als KRITIS-Betreiber eingestuft wird, hängt von den gesetzlichen Voraussetzungen und jeweiligen Schwellenwerten ab.
Ist ein MDM DSGVO-konform?
Ein MDM ist nicht automatisch DSGVO-konform, kann aber datenschutzkonform eingesetzt werden.
Entscheidend sind unter anderem die Art der verarbeiteten personenbezogenen Daten, der Zweck der Verarbeitung, die Rechtsgrundlage, Zugriffsrechte, Speicherdauer und die konkrete Konfiguration der Lösung.
Was kann ein MDM?
Ein MDM kann je nach Plattform und Anbieter unter anderem:
- Geräte registrieren,
- Sicherheitsrichtlinien durchsetzen,
- Apps verteilen,
WLAN- und VPN-Konfigurationen verwalten, - Geräte sperren oder löschen,
- Compliance-Informationen bereitstellen,
- Kiosk-Szenarien ermöglichen,
- die Verwaltung von Unternehmensgeräten zentralisieren.
Welche Funktionen verfügbar sind, hängt vom Betriebssystem und der konkreten MDM-Lösung ab.
Kann ein MDM private Daten von Mitarbeitenden lesen?
Nicht automatisch. Ein MDM kann je nach Plattform bestimmte Geräteinformationen und personenbezogene Daten verarbeiten, hat aber nicht automatisch Zugriff auf sämtliche privaten Inhalte eines Geräts.
Bei BYOD können Plattformen wie Android Enterprise und Apple Verwaltungsmodelle unterstützen, die geschäftliche und private Daten voneinander trennen.
Cloud oder On-Premises: Was ist besser?
Das hängt von den Anforderungen des Unternehmens ab.
Cloud-MDM reduziert typischerweise den Aufwand für die eigene Infrastruktur und erleichtert Skalierung. On-Premises kann mehr direkte Kontrolle über Infrastruktur und Datenhaltung bieten, erfordert dafür aber eigene technische Ressourcen.